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Geselligkeit ist Trumpf - wie bei diesen SinglesHilfe-Mitgliedern. Sylvia Wildschütz und Claudia Schäfer (2. und 3. von rechts) sind Kontakter für den Raum Mönchengladbach.

M’gladbach/Viersen (sw) – Heidi Koch und die SinglesHilfe: Wie aus einem „angeflogenen“ Gedanken eine Initiative mit viel Zulauf wurde...

„Also, das waren richtig tolle Nachbarn, die ich da hatte - und eines Tages war keiner mehr da. Alle weggezogen!“
Mit den schwindenden Möbelwagen nistete sich bei Heidi Koch ein Gedanke ein: „Jetzt ist Schluss mit der funktionierenden Nachbarschaftshilfe! Was ist, wenn ich plötzlich ins Krankenhaus muss? Wer bringt mir mein Köfferchen hin?“
Grübeleien, die der Wahl-Viersenerin arg zusetzten - „Aber ich wäre nicht die taffe Ruhrpott-Frau, wenn mir da nichts zu eingefallen wäre“, lacht die 45-Jährige.
Schließlich könne sie ja nicht der einzige Single mit weit verstreuter Familie und Freundeskreis am Niederrhein sein, überlegte Heidi Koch weiter: „Was mir vorschwebte, war ein kleines Netzwerk aus Leuten, die sich bei Problemen gegenseitig unter die Arme greifen. Also ‘hilfst du mir, helf’ ich dir’ - aber alles ohne Geld! Leistung gegen Leistung.“
Eine Idee, die auch anderen gefiel: Innerhalb weniger Wochen stand Heidi Kochs „kleine Initiative SinglesHilfe“ nicht zuletzt dank eines ersten Pressebeitrags mitgliedertechnisch auf soliden Füßen. Und schon bald gründeten sich erste Ortsgruppen.
So unterschiedlich wie die Menschen, die sich der SinglesHilfe anschließen, ist deren „Tauschware“: Von der Mitfahrgelegenheit bis zu Styling-Tipps für den Vorgarten, vom Lampen-Aufhängen über’s Haus- und Hund-Hüten bis zur Näharbeit - „oder eben die berühmte Tasche, die ans Krankenbett gebracht wird“, schmunzelt Heidi Koch.
Vorgaben, was Interessenten „mitbringen“ sollen, gibt es nicht. „Die Tauschpartner machen auch alles unter sich aus“, erklärt Heidi Koch. Mit dem „Geschäft“, so die Kauffrau der Wohnungswirtschaft weiter, habe sie nichts zu tun.
Im Mittelpunkt aller „Leistungen“ steht immer der menschliche Kontakt. Der ist nicht nur der SinglesHilfe-Gründerin wichtig: „Leute kennen lernen und was Sinnvolles tun können, das ist der ‘Spirit’ bei uns.“
Der immer mehr Singles unterschiedlichster Altersstufen anspricht: „Bei uns wird jeder ganz locker integriert“. Nur eines ist die SinglesHilfe nicht: Eine Partnerbörse. „Neenee“, betont Heidi Koch, „dafür gibt’s andere Anbieter. Aber wenn sich was in unserem Kreis ergibt, das freut uns natürlich doppelt“, lacht die gebürtige Dortmunderin.
Die ihre Initiative mit ganz viel Engagement in Schwung hält und schon weit über den Niederrhein hinaus bekannt gemacht hat - wo kommt die Power her? „Ach, wenn es mich gepackt hat, dann hab ich Energie ohne Ende“, versichert Heidi Koch fröhlich. „Jetzt merke ich auch erst, wie trendy meine klitzekleine Idee war!“, fügt sie mit vor Begeisterung blitzenden Augen hinzu. Das Netzwerk bringe halt alles mit, was sie liebt: Abenteuer, Emotion, immer Neues - „irre spannend!“ Natürlich kommen die Hobbys T’ai Chi, Badminton und „ein bisschen Fitness“ derzeit zu kurz.
„Auch meine geliebte Couch platt zu sitzen ist meist ein frommer Wunsch“, grinst Heidi Koch, die sich selbst als „impulsiv, positiv denkend, vielleicht ein bisschen zu ungeduldig“ beschreibt.
Aber auch das bekommt die „typische Krebs-Frau“ bald in den Griff, denn, so Heidi Koch augenzwinkernd: „In den einzelnen Ortsgruppen sind so klasse Leute - da kann ich schon eine ganze Menge mit gutem Gewissen delegieren...“



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